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Wie heize ich richtig? Warm und sparsam durch den Winter.

Wie heize ich richtig? Warm und sparsam durch den Winter.

Wenn der Winter kommt, drehen wir zuhause die Heizung auf. Trotzdem ist es wichtig, beim Heizen das richtige Maß zu finden. Denn wer beispielsweise in den eigenen vier Wänden für T-Shirt-Wetter sorgt, während draußen die Flocken wirbeln, ärgert sich später über eine hohe Heizrechnung. Und nicht nur das: Auch der überwiegende Teil unseres CO2-Ausstoßes wird durch konventionelle Heizungsanlagen verursacht. Noch ein guter Grund, sich zu informieren, wie man sparsam und umweltfreundlich heizen kann.

1. Sich schlau machen: Was bedeuten die Zahlen und Symbole auf dem Thermostat?
Die konventionellen Drehregler an Heizkörpern sind meist mit den Ziffern von 1 bis 5 und einem Schneeflockensymbol beschriftet. Viele Menschen nehmen an, dass es sich bei den Ziffern um verschiedene Heizstärken handelt und glauben, dass sich der Raum umso schneller aufwärmt, je höher man den Regler stellt. Stimmt nicht. Die Ziffern stehen stellvertretend für eine bestimmte Raumtemperatur, bis zu der die Heizung aufheizen soll. Je höher die Ziffer, desto höher auch die angestrebte Temperatur. Dreht man die Heizung auf 5, wird der Raum also nicht schneller warm, sondern die Heizung arbeitet lediglich länger, um die hohe Zieltemperatur zu erreichen. Bei Stufe 5 liegt diese bei ca. 28 Grad – eindeutig zu hoch für den normalen Wohnbereich und damit meistens pure Verschwendung.

Hinter dem Schneeflockensymbol verbirgt sich der sogenannte Frostschutz. Der bewirkt, dass die Heizung bei Raumtemperaturen unter 5 Grad von selbst anspringt. Das verhindert bei eventuell eintretendem Frost das Gefrieren des Wassers in den Rohren und damit schwere Schäden an Heizung und Haus.

2. Bewusster heizen
Müssen wirklich ständig alle Räume warm sein? Und welche Thermostateinstellung ist die richtige?

Meist genügt es, nur die Räume zu heizen, in denen man sich auch länger aufhält. Wer also die Wohnung tagsüber verlässt oder einen Raum längere Zeit nicht nutzt, sollte daran denken, die Heizung runterzudrehen. Aber Achtung: Ganz abstellen sollte man die Heizung im Winter dennoch nicht, denn bei Temperaturen unter 15 Grad droht Schimmel.

Für eine angenehme Raumtemperatur ist eine Thermostateinstellung zwischen 2 und 3 meist die richtige. Damit wird eine Raumtemperatur zwischen 16 und 20 Grad erreicht. Ersteres ist in z. B. in der Küche meist ausreichend, zumal hier häufig Geräte wie Herd oder Backofen zusätzlich Wärme in den Raum abgeben.

3. Wärmeverluste vermeiden
Vor allem nachts verlieren die Räume Wärme, denn dann sinken die Außentemperaturen noch einmal. Vor allem an den Fensterflächen drohen Verluste, denn hier hält sich die Wärme deutlich schlechter als im Gemäuer. Wer also fest installierte Rollläden hat, sollte diese in jedem Fall runterlassen, um Wärmeverluste im Bereich der Fenster zu vermeiden. Auch die Türen innerhalb des Hauses oder der Wohnung zu schließen, verringert Wärmeverluste.

4. Heizkörper freihalten
Achten Sie darauf, dass die Heizkörper ihre Energie frei in den Raum abgeben können. Staut sich die Wärme, weil z. B. Möbel oder anderes davor stehen, die Fensterbänke weit über den Heizkörper ragen oder schwere Vorhänge davorhängen, kann sie sich nicht effektiv im Raum ausbreiten. Außerdem empfängt das Thermostat dann viel zu früh das Signal, dass die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, und stellt die Heizleistung ein, obwohl der Rest des Raumes noch kühl ist. Wer dann die Heizung weiter aufdreht, verbraucht noch viel mehr Heizenergie – und ärgert sich trotzdem weiter über ein kühles Zimmer und eine saftige Rechnung.

5. Nachwärme nutzen
Ein gut geheiztes Zimmer bleibt auch nach dem Herunterregeln der Heizung noch einige Zeit warm. Wer die Heizung also schon eine halbe bis eine Stunde vor dem Schlafengehen herunterdreht, hat es kuschelig wie immer und schont trotzdem Geldbeutel und Umwelt.

6. Heizung entlüften
Wer sich trotz angeschalteter Heizung über einen kühlen Heizkörper wundert, sollte überprüfen, ob sich Luft im Heizkörper befindet. Ist das der Fall, kann das warme Wasser nicht richtig in den Heizkörper aufsteigen und die Heizung leistet deutlich weniger oder bleibt ganz kalt.

7. Angemessene Kleidung wählen
Draußen zieht man sich entsprechend den Temperaturen an, die gerade herrschen. Diesen jahreszeitlichen Wechsel ist unser Körper gewöhnt. Auch drinnen sollten wir unsere Kleidung ein wenig an die Jahreszeiten anpassen. So fühlen wir uns wohler und müssen gleichzeitig weniger heizen. Sprich: Niemand sollte frieren, aber es müssen auch nicht ganzjährig T-Shirt-taugliche Temperaturen in der Wohnung herrschen. Deshalb gilt: im Winter lieber mal einen warmen Wollpulli überziehen, als die Heizung noch höher drehen. Und ganz wichtig fürs allgemeine Wohlbefinden: Füße warm halten!

Bildnachweis: @TommL (istockphoto)